• FIDEM SERVANS 1
  • FIDEM SERVANS 2
  • FIDEM SERVANS 3
  • FIDEM SERVANS 4
  • FIDEM SERVANS 5
  • FIDEM SERVANS 6
  • FIDEM SERVANS 7
  • FIDEM SERVANS 8
  • FIDEM SERVANS 9
  • FIDEM SERVANS 10
  • FIDEM SERVANS 11
  • FIDEM SERVANS 12
  • FIDEM SERVANS 13

Zur Geschichte der Andreasmaurerei

Über die Entstehung der Andreasgrade, wie der gesamten Freimaurerei, gibt es eine Vielzahl von Vermutungen, Spekulationen und Fakten. Weit verbreitet ist die Templerlegende, welche die Freimaurerei als Nachfolgerin des 1312 aufgelösten Templerordens sieht. Nach dieser Legende gelangten einige Tempelritter nach dem Tod des letzten Großmeisters Jacob de Molay (1244-1314) Jacob de Molaynach Schottland, wo sie die Ideale ihres Ordens durch die Verbindung mit ausgewählten Steinmetzen weiterleben ließen. Der Name Schottische Andreasloge soll dabei sowohl an Schottland wie an den Schutzheiligen der Schotten und der Andreasbrüder, den Apostel Andreas (Festtag der Andreasloge ist alljährlich der 30. November, der Todestag des Apostels), erinnern. Von dieser Legende abgeleitet, haben auch bedeutende freimaurerische Schriftsteller unseres Ordens angenommen, dass die Andreasmaurerei „... gegen Ende des 14. Jahrhunderts" entstand (Hieber 1880). Es steht heute fest, dass diese Legende nicht auf historischen Tatsachen beruht. Dennoch bleibt sie für Aufbau und Lehre unseres Ordens unverzichtbar. Nachweislich gab es jedoch Ende des 15. Jahrhunderts in Schottland Werkmaurerlogen, welche zunehmend Berufsfremde aufnahmen. Die älteste dieser, bis heute ununterbrochen als Freimaurerloge arbeitend, hat noch Aufzeichnungen ab dem Jahr 1599.

Zirka 150 Jahre später entstehen in Frankreich verschiedene freimaurerische Hochgradsysteme. In diesen wird an das Schicksal der Templer erinnert und zum Teil an ihre Geschichte angeknüpft. 1750 erhält der schwedische Kanzleirat Carl Friedrich Eckleff (1723-1786) vom Ordensmeister des Großen Kapitels „Illumine" aus Genf (die Genfer Brüder hatten ihre Kenntnisse angeblich aus Avignon) einen Freibrief zur Gründung eines Ordenskapitels in Schweden. Br. Eckleff wird erster OrdenseMeister (Vicarius Salomonis) in Schweden und gründet am 30.11.1756 die Andreasloge „l'Innocente".

Br. Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf1763 erfährt Br. Johann Wilhelm Kellner von Zinnendorf (1731-1782) von der „reinen" freimaurerischen Lehre in Schweden und 1766 bekommt Br. Hans Karl Baumann von Br. Eckleff u.a. „Rituale und Akten aller Grade", einen Freibrief und eine Instruktion für den OrdenseMeister für Br. von Zinnendorf.

Am 22.11.1769 gründet Br. von Zinnendorf in Berlin die Andreasloge „Indissolubilis". Das erste Stiftungsfest wird acht Tage später gefeiert. Am 27.12.1770 entsteht unter Zinnendorfs Leitung die Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland. Erst am 27.12.1841 wird die Andreasloge „Indissolubilis" der Großen Landesloge, neben der sie bisher unabhängig bestand, untergeordnet.

1819 erfolgte die Übersendung weiteren schwedischen Ritualmaterials, welches Br. Freiherr Christian Carl Friedrich von Nettelbladt (1779-1843) in die Überarbeitung der Eckleffschen Akten einbezieht. Mit den Nettelbladtschen Ritualen wurde bis 1912 gearbeitet. Seitdem sind die Rituale in Gebrauch, nach denen wir noch heute arbeiten.

Quelle: Matthes, Uwe: Kleines Kompendium der Freimaurerei. Teil I - "Der Andreas-Lehrling-Gesellengrad" - Seite 8

Login